1075 Jahrfeier Frose/Anhalt

„Aufruf - 1075 Jahr Feier 2011“

Das Festkomitee als ARGE 1075 bereitet seit letztem Jahr die 1075-Jahr Feier vor. Frose feiert in diesem Jahr sein 1075 jähriges Bestehen, beruhend auf die urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 936. Dieses Fest soll vom 13.08.2011 bis 21.08.2011 seinen Höhepunkt finden. Für diese Vorbereitungen wurde bereits im Herbst 2010 eine ARGE mit Vertretern aller Vereine, Einrichtungen und einigen Gewerbetreibenden gegründet. Diese Festtage finden am 1. Wochenende in und um die Stiftskirche Frose, dem Schützenhaus, dem Sportplatz und dem Gemeindehaus statt. Das zweite Wochenende konzentriert sich auf den Anger als Festwiese und dem Froser Schützenhaus. Höhepunkte sind der beginnende Festgottesdienst, die Andacht hält der Kirchenpräsident J. Liebig, einer anschließenden Bildergallerie mit vorwiegenden Werken von Herrn Genau/Hoym und der historischen Konferenz zur Geschichte im Froser Schützenhaus, dazu haben wir namenhafte Historiker aus Deutschland eingeladen. Im Gemeindehaus findet ein Wochenende für Kinder statt. Am zweiten Wochenende sind vereinzelte Veranstaltungen auf der Festwiese, dem Froser Treffen im Schützenhaus und vieles andere mehr. Besuchen wird uns, die Partnergemeinde Holzappel. Der Höhepunkt dieses Wochenende stellt der am 21.08.2011 stattfindende historische Umzug dar, der auch großen Anklang findet. Damit dieser voll und bunt ausgestaltet werden kann, bitten wir die Froser Bürger sich mit Fantasie und Engagement, mit historischen Kostümen und Dekorationen zu beteiligen. Hinweise werden jeweils donnerstags im Pfarramt Frose von 16.00 bis 18.00 Uhr entgegengenommen.

Festwoche in Frose

Im Seeland wurde in den vergangenen Monaten kräftig gefeiert – ein Ortsjubiläum jagte das nächste. Der Grund: Die frühen Siedler vor 1050 bis 1075 Jahren kamen fast zeitgleich auf die Idee, sich in der Gegend niederzulassen und Gemeinden zu gründen. Zuletzt feierte Frose sein 1075jähriges Jubiläum mit einer Festwoche und einem bunten und vor allem sehr langen Festumzug. Diesmal ist eineblick.de etwas spät dran: Bereits am vergangenen Wochenende ging die Froser Festwoche zu Ende. Doch nachgereicht werden soll es trotzdem, was Fotograf Thomas Tobis aus dem Seeland-Ort an Fotos und Videos mitgebracht hat. Er war schon in Nachterstedt und Hoym dabei, als dort gefeiert wurde und schloss seine Sommertour nun in Frose ab. Über 650 Beteiligte erlebte er diesmal bei dem großen Festumzug quer durch den Ort. Die Bürger der Gemeinde hatten zudem ihre Häuser und Höfe geschmückt, viele waren zudem in historische Kostüme gekleidet beim Umzug dabei. Genau wie in den anderen Ort wurde der Umzug wieder von befreundeten Vereinen aus den umliegenden Gemeinden unterstützt.

Das Aaah und das Oooh

VON SUSANNE THON

FROSE/MZ. Auferstanden von den Toten. Erbsensuppe und ihre Wirkung. Eben noch dahingerafft von der Pest, quält ihn jetzt nach 400 Jahren - oder anderthalb Stunden, die er auf der Pritsche liegend durchs Dorf gekarrt wurde - mehr der Hunger denn irgendeine hochgradig ansteckende und todbringende Krankheit. Ein Mönch hat's Laufen satt und spielt Anhalter. Die Nonnen aus Pfarrer Taubes Gefolge halten mit der Digitalkamera im Bild fest, was es zu ihrer Zeit, zur Zeit der Reformation, noch nicht gab - Oldtimer und Traktoren. Ein Volkspolizist geht Streife und gibt dem liegen gebliebenen Barkas von der Feuerwehr Starthilfe. Anschieben. Inmitten der Menge. Wuhling vorm Schützenhaus. Volksfeststimmung in Frose: Das Seeland kommt aus dem Feiern nicht raus. Nachterstedt und Hoym - 1.050 Jahre alt - haben ihre runden "Geburtstage" bereits begangen (und ordentlich vorgelegt). Frose hat nun nachgezogen und die runde Sache zum halbrunden 1.075-jährigen Bestehen fulminant abgerundet. Höhepunkt auch hier: der große Festumzug. "Ich brauch ein stolzes ,Ah'. Und ein ,Oh'...", vermeldet Hughwald lautstark, nachdem sich der Tross im Jahr 936 auf den weniger königlichen Befehl "Festumzug marsch!" in Bewegung gesetzt hat. Die Spielmannszüge aus Schierstedt und Schadeleben sowie die Aschersleber Stadtpfeifer geben den Takt an; und die Zaungäste alles: stolze "Ahs" und "Ohs" für die Herrschaften, die der Rufer und Sprecher anzukündigen hat. Das sind keine Geringeren als der König und spätere Kaiser Otto I. und Gattin Edgitha. Die Quedlinburger Urkunde Otto I. vom 18. September 936 gilt als die erste urkundliche Erwähnung des Cyriakusstiftes sowie des Ortes Frose. Und weil der König die Nutzungsrechte des Stifts 950 dem Markgrafen Gero überträgt, lässt der sich auch mal wieder in Frose sehen, flankiert von den Stiftskanonikern und -damen. Was folgt, ist ein Ritt durch die Geschichte. Die Torfstecher erinnern an einen einst wichtigen Wirtschaftszweig, Thomas Müntzer und Pfarrer Taube an die Reformation. Angekommen im 17. Jahrhundert, wütet die Pest in Frose, später auch die Cholera. Der Dreißigjährige Krieg bricht aus. Weiter geht's mit Napoleon und dann der Industrialisierung. 28 Bilder zeugen von Krieg und Frieden, von Elend und Entwicklung. Und einem mehr als bunten Treiben - früher wie heute. Handwerker und Gewerbetreibende laufen auf, die Bäcker verteilen Brezeln. Männer, Frauen, Kinder zeigen, was das Dorfleben ausmacht: die Vereine - ob Schützen-, Karnevals-, Reit- und Fahr- oder Rassegeflügelverein - selbst das preisgekrönte Federvieh hat Ausgang. Die Organisatoren sprechen von mehr als 600 Teilnehmern, die sich durch den verwinkelten Ort fädeln. Was nicht zu Fuß unterwegs ist, fährt - in Gespannen, Traktoren, Mähdreschern und Oldtimern - durch die 1075-jährige Geschichte.

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